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Hinter den Kulissen

Es ist Anfang Oktober.
Der Auftrag lautet: Etwa 100 Kostüme, zum Teil aus mehreren Teilen bestehend, kreieren und produzieren. Die Aufführung wird etwa eine Stunde dauern, alle paar Minuten müssen die Kostüme gewechselt werden. Für einen Kostümwechsel stehen zum Teil nur ein paar Sekunden zur Verfügung, also keine komplizierten Verschlusslösungen. Es muss schnell gehen.

Mit den Auftraggebern und der Choreographin finden erste Zusammenkünfte statt. Welches Thema behandelt die Aufführung (zur Info: Es ist kein Theater, sondern eine Aufführung im Stil Cirque du Soleil), welche Farben sollen verarbeitet werden, wie soll der Stil der Kostüme sein? Bestimmte Schnittformen scheiden für bestimmte Nummern von vorne herein aus, weil sie für das Trapez, das Seil oder das Trampolin zu gefährlich sein können.
Stoffmusterkarten werden gewälzt, Bänder und Stoff für Prototypen müssen eingekauft werden. Dabei ist wichtig: Wir können nur Stoffe verwenden, die beim Lieferanten vorrätig sind. Wartezeiten auf Stofflieferungen können wir uns nicht erlauben, dazu ist viel zu wenig Zeit.
Prototypen werden genäht und der Stückpreis pro Outfit kalkuliert. In einer weiteren Besprechung wird anprobiert, besprochen, geändert oder verworfen.

Mitte Oktober:
Die meisten Prototypen sind "abgesegnet", die Produktion kann beginnen. Mehrere hundert Meter Stoff werden bestellt, Schnitte müssen in vier oder fünf Grössen gradiert und sämtliche Zutaten von der Einlage, dem Nähfaden bis zum Zierband müssen eingekauft werden.
Die Arbeit muss bereit gemacht und imTeam aufgeteilt werden. Ab jetzt kennen wir kein Wochenende mehr. Alles muss bis zum grossen Anprobetag so weit fertig gestellt werden, damit die Anprobe durchgeführt werden kann.
"Nebenbei" produzieren wir für andere Kunden gesamthaft 70 Teile, machen Massanfertigungen und führen Änderungen aus.



Anfang November:
Nach der Anprobe: Änderungen müssen vorgenommen werden, die Kostüme werden fertiggestellt. Für einige der Gruppen müssen nochmals Prototypen gemacht werden, an speziellem "Zubehör" für die Nummer wird gebastelt und getüftelt.
Zwei Wochen vor der Aufführung: Noch immer müssen einige Teile produziert und anprobiert werden. Genaue Zeiteinteilung ist wichtig, auch wenn in meinem Kopf manchmal gewaltiges Durcheinander herrscht...

Zwei Tage vor der Aufführung:
  Die Hauptprobe bringt den Test: Haben wir die richtigen Kostüme gewählt, halten sie den Anforderungen stand? Nach einer kleinen Umarbeitungsaktion bei einer Gruppe zeigt die Generalprobe: Es sollte klappen! Letzte Feinheiten müssen gemacht, eventuell kleine Reparaturen ausgeführt werden. Bis in die Nacht wird im vor Ort improvisierten Nähstudio gewerkelt.

Hier ein  kleiner Ausschnitt der Kostüme:




Es ist der 25. November, Sonntag:
Der Spuk ist vorbei, wir laufen auf dem Zahnfleisch und ich geniesse es, den Druck los zu sein...und ja nicht an nächste Woche denken, denn die nächsten Aufträge warten bereits...

Ganz herzliche Grüsse
Sandra

Kommentare

  1. Uuuuh spannend so ein Blick hinter die Kulissen!
    Ich hoffe du kannst dich heute bei dem traumhaften Wetter etwas entspannen!
    Lg Carmen
    Die gezeigten Kostüme sind super , besonders das erste...es hat sowas feenhaftes!

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  2. Woooow! Wunderschöne Kostüme und echt spannend so hinter den Kulissen :)

    Xoxo

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  3. sehr beeindruckend, was es hier zu sehen gibt :) hier bleib ich und komme gern wieder. die kostüme sind ein absoluter traum! liebe grüße alex

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Den Zuschnitt von Vorder- und Rückenteil kannst Du nachlesen unter: www.ardnas80.blogspot.com/2012/02/fur-einsteiger-ein-shirt-nahen-teil-2.html

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Eine Erklärung zum Messen, und ein Rechnungsbeispiel, sowie der Grund für den 10%-Abzug kannst Du nachlesen unter:
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