Mittwoch, 13. Juni 2012

Wissenschaft Nähmaschinennadeln

Mich hat von Mimis Welt (www.mimiswelt-online.blogspot.com) ein Hilferuf erreicht. Sie wollte ein Shirt nähen und hat sich alles schön zugeschnitten. Aber dann die herbe Enttäuschung! Die Maschine wollte einfach keine anständige Naht nähen...nach langem Ausprobieren war die Motivation dahin...Aber Miriam hat es mittlerweile hingekriegt, das könnt ihr bei ihr nachlesen. Nun habe ich für Euch alle meine Tipps mal aufgeschrieben....

Ich kann natürlich lange über das Nähen von Jersey schreiben. Aber wenn ich ein wichtiges Detail ungenannt lasse, könnte es sein, dass die Ergebnisse trotz aller Tipps und Tricks dürftig ausfallen...

Wer keine Overlock hat und sich ein Shirt mit der Nähmaschine zusammennäht, muss einen elastischen Stich wählen, Zickzack oder etwas vergleichbares.
Um aber ein gutes Nahtergebnis zu erhalten ist es wichtig, in die Maschine eine spezielle Jerseynadel zu setzen. Ein im Prinzip kleiner Unterschied mit grosser Wirkung!
Hier mal eine kleine Übersicht über die verschiedenen Spitzen der Maschinennadeln.
Könnte langweilig sein, aber hoffentlich hilfreich... :-))

Kegelspitzen
Die Maschinennadeln für übliches Nähgut wie Baumwolle, Wolle, Leinen oder auch festere synthetische Gewebe sind sehr spitzig bis leicht stumpf. Das kann sich zwischen den einzelnen Herstellern etwas unterscheiden, jedoch nur minimal.

Spitze Nadeln durchstechen die Gewebefäden, leicht runde (wie die mittlere Nadel links auf dem Bild) verdrängen die Gewebefäden, ohne sie zu verletzen

Die stumpfe Kegelspitze wird in der Industrie besonders bei Knopfannähmaschinen verwendet.




Kugelspitzen
Die so genannten Kugelspitzen werden für gestricktes, also Jersey eingesetzt. Durch die abgerundete Spitze werden die einzelnen Maschen des Gestricks nicht verletzt, sondern beiseite gedrückt.

Wenn ein elastischer Stoff mit eingearbeiteten Gummi- oder Elasthanfäden verarbeitet wird, verwendet man die mittlere oder grosse Kugelspitze.





Wenn ihr also Jersey verarbeiten wollt und die Maschine will nicht so, wie ihr das wünscht, setzt als erstes eine Maschinennadel mit einer Kugelspitze ein. Die sind im Handel als Jerseynadeln gekennzeichnet und jede Verkäuferin kann da helfen. Den Unterschied zwischen den "normalen" Nadeln und den Jerseynadeln könnt ihr auch "erfühlen". Wenn ihr leicht mit den Nadelspitzen über eure Fingerkuppen streicht, merkt ihr es sofort.
Wenn die Maschine immer noch nicht will: Immer wenn meine Maschinen die Stiche nicht mehr richtig ausführen, wollen sie entstaubt, geputzt und geölt werden. (Was übrigens bei Miriam der Grund war) Die Stichplatten der Nähmaschinen lassen sich ganz einfach entfernen, damit mit einem kleinen Pinsel ausgestaubt werden kann. Das sollte auch in der Bedienungsanleitung beschrieben stehen.
Wenn die Maschine nach dem Putzen noch immer nicht will, versucht es mal mit einem anderen Nähgarn. Nicht alle Nähgarne sind gleich. Auch wenn sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, können sie spröde werden.
Korrektes Einfädeln und gute Fadenspannung versteht sich natürlich von selbst...
Sollte sie dann immer noch nicht richtig funktionieren....tja, dann ab in die Reparatur!


Es wird auch viel über die Nadelstärken diskutiert.  Welche Stärke nun für welche Stoffe? Die Hersteller möchten natürlich für jedes Stöffchen die passenden Maschinennadeln verkaufen, klar. Aber kauft Stärke 70, für Jeans extra Jeansnadeln, Jerseynadeln und ihr seid ausgerüstet.


Nun hoffe ich, ihr seid beim Lesen nicht eingeschlafen...:-))

Auf gutes Nähen und herzliche Grüsse
Sandra

Kommentare:

  1. Hallo Sandra!
    Tolle Erläuterungen! Sehr interessant mit den unterschiedlichen Nadelspitzen! Muss ich direkt nochmal den Vergleich zwischen den Nadelspitzen meiner normalen Nadel und meiner neuen Jerseynadel erfühlen!
    Lg, Miriam

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  2. Liebe Sandra
    Danke für diesen interessanten Beitrag. Es ist immer wieder spannend zu sehen,
    für welchen Zweck es die jeweiligen Nadeln gibt?
    GLG Daniela

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