Direkt zum Hauptbereich

Hexagon-Kissen



Ich nähe ja nicht nur gerne Kleidung oder betreibe Feierabend-Häkelei, nein. Ich liebe auch Patchwork. Ganz besonders die Hexagon-Technik. Es ist entspannend, Hörbuch zu hören oder ein Film zu gucken und dazu etwas zu sticheln.
So habe ich das Kissen gemacht. Hier habe ich Euch die ganze Anleitung. Ich bin eigentlich kein Fan von langen Einträgen und etlichen Fotos. Ich mags kurz und bündig. Hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht. Es ist also etwas lang geworden...

Zuerst musst Du Dir für die Hexagone die Papiervorlagen bereit machen. Für ein Kissen von 40cm x 40cm Grösse benötigst Du 46 Papiervorlagen mit einer Seitenlänge von 4cm.
Zeichne dazu auf einen Karton ein Kreis mit einem Radius von 4cm. Mit demselben Radius kannst Du nun auf der Kreislinie einstechen und, ebenfalls auf der Kreislinie, ein Zeichen setzen. Nun auf diesem Zeichen einstechen und das nächste Zeichen setzen. Das muss gesamthaft sechs mal gemacht werden. Du hast dann auf Deiner Kreislinie sechs Zeichen, alle mit gleichem Abstand. Diese werden nun mit dem Lineal verbunden. Fertig ist die Hexagon-Vorlage. Für eine andere Hexagon-Grösse wird einfach der Radius des Zirkels entsprechend eingestellt.
Die Karton-Vorlage ausschneiden. Nun kannst die mit Hilfe der Vorlage das Hexagon 46 mal auf Papier übertragen. (Statt Papier eignen sich übrigens Kuverts von Geschäftsbriefen am besten...)


Wenn Du nun die 46 Papier-Hexagone vorbereitet hast, wählst Du die Stoffe. Ich habe vier verschiedene Muster in Mintgrün verwendet. Du kannst auch nur Reststoffe verwenden. Bügle sie flach. Nun die Hexagone regelmässig auf die verschiedenen Stoffe aufstecken, so dass zwischen den Papierteilen ein Abstand von ca. 2cm bleibt. Die Teile mit ca. 1cm Zugabe um die Papierteile ausschneiden.


Mit Heftfaden die Papierteile nun mit grossen Stichen in den Stoff einnähen.



Wenn alle Teile vorbereitet sind, kannst Du beginnen, die Teile zu verbinden. Lege dazu zwei Teile mit den rechten Seiten gegeneinander und fasse mit der Nähnadel jeweils in paar Fädchen Stoff auf. Das Papier soll nicht mitgefasst werden.
Alle Teile zusammennähen wie unten ersichtlich, dabei während des Nähens immer wieder die Musteranordnung überprüfen.





Wenn alle Teile zusammengenäht sind, kannst Du die Papiervorlagen, die rundum eingeschlossen sind, vorsichtig entfernen. Die Papiere am äusseren Rand bleiben noch eingenäht.



Bereite nun ein Stoffstück vor, das mindestens 50cm x 50cm gross ist. Es muss von der Farbe her nicht zum Rest passen, da es später innwendig im Kissenbezug versteckt sein wird. Es geht darum, dass die linke Seite der Hexagone geschützt wird. Der Bezug kann so später auch besser gewaschen werden.
Löse nun vorsichtig die restlichen Papiervorlagen aus Deiner Arbeit und stecke vorzu die Sechsecke auf dem Unterstoff fest.


Nähe mit einem grossen Geradstich der Nähmaschine die äusseren Sechsecke auf dem Unterstoff fest. Der Verlauf der Nählinie wird dir durch die Sechsecke angezeigt.
Schneide den überschüssigen Stoff weg, so dass Du rundum 1cm Nahtzugabe hast.


Wähle nun einen Rücken für den Kissenbezug, so wie es Dir gefällt. Ich habe mich für einen Stoff aus den vieren entschieden. Als Verschluss habe ich Bändelchen, ebenfalls aus diesem Stoff, angebracht. Wenn Du ganz ausdauernd bist, kannst Du auch den Rücken aus Hexagonen arbeiten...!





Lege nun die Kissenoberseite und der Rücken mit den rechten Seiten nach innen aufeinander und nähe sie rundum mit 1cm Nahtzugabe zusammen. Versäubere anschliessend die Schnittkanten mit Zickzack oder Overlock.
Kissenbezug wenden, Kissen einschieben. Fertig!
Übrigens: Die Papiervorlagen lassen sich mehrere Male verwenden. Es lohnt sich also, sie aufzubewahren!



Auf gutes sticheln! Herzliche Grüsse
Sandra

Kommentare

  1. Hallo Sandra,

    was für eine Wahnsinnsarbeit! Aber es sieht toll aus!! Und eine schöne Anleitung...

    Wenn ich mal ganz viel Zeit hab, versuch ich mich vielleicht mal dran... Aber ich glaub, ich bin nicht so geduldig... ;-)

    Lg, Miriam

    AntwortenLöschen
  2. Ui, das ist wirklich super schön! Von solchen Sachen bin ich
    wohl noch meilenweit entfernt... muss mir erstmal Gedanken
    machen, was ich als erstes Projekt angehe, hab bis jetzt nur
    bisschen geübt^^ ...vielleicht eine Handytasche oder einfach
    ein Loop-Schal.

    LG Anna

    AntwortenLöschen
  3. Danke für diese tolle, klare Anleitung! Superschönes Kissen!
    Eveline

    AntwortenLöschen
  4. Super klasse und vorallem für die geniale Anleitung VIELEN DANK
    Lieben Gruß Gisela

    AntwortenLöschen
  5. Wow... eine tolle Arbeit, da bekommt man ja Lust es selber auszuprobieren...
    leider hab ich aber keine Nähmaschine :-(

    Vielen Dank für die Anleitung!...

    vieleicht frag ich mal meine Mutter ob ich mal ihre ausleihen kann ;-)

    lg
    NimrodelAT

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

DIY - Auf die Kuh gekommen...

Sie ist fröhlich und zaubert ein Lächeln ins Gesicht! Die Kinder lieben sie. Allerdings, um sie selber zu nähen muss man ein wenig geübt sein. Die kleinen Teile haben es in sich!     Als erstes das Bild mit dem Schnittmuster abspeichern, und in A4 - Grösse ausdrucken. Damit die Teile in etwa so gross sind wie meine, habe ich Euch eine Streckenlänge angegeben. Mit dieser Grösse wird die Kuh etwa 18cm hoch. Wer sie grösser haben möchte, kann das Muster mit dem Kopierer einfach vergrössern. Je grösser die Teile, umso einfacher ist das Ganze zu nähen.     Plündert Eure Restenkiste. Am besten geeignet sind Frotte oder Plüsch, aber es geht auch mit normalem Baumwollstoff. Mein Kühchen beweist es. Sucht zusammen, was Euch gefällt!   Dann werden alle Teile mit jeweils 5mm Nahtzugabe rundum so viele Male zugeschnitten, wie auf dem Schnittmuster vermerkt ist. Die Öhrchen werden verstürzt und wie auf dem Bild gegeinander gelegt. Die Schnauzenteile werden zusammengenäht

Das beleuchtete Kleid

Es war ein schon lange erhaltener Auftrag, den ich aber erst jetzt noch ausgeführt habe. Gewünscht wurde ein beleuchtetes Kleid. Das Material dafür hat die Auftraggeberin selber in Frankreich eingekauft, bei der Firma LumiGram  .     Zu der Lieferung erhielt ich drei Merkblätter, unter anderem eines in dem beschrieben wurde wie der Stoff zuzuschneiden sei und was man alles nicht darf (und das ist so einiges!) Im Kontakt mit der Firma wurde gesagt, das die Schnitte einfach zu halten seien und möglichst salopp sein sollen. Aber bei einem steiflichen Material ohne jeglichen Fall würde die Person angezogen aussehen wie ein Ballon. Zudem wünschte sich die Auftraggeberin ein auf Figur geschnittenes Kleid.     Das Material bestand aus einzelnen Panels, wobei jedes Panel aus drei LED-Lämpchen besteht, die ihr Licht in die einzelnen Glasfaserstränge verteilen. Pro Panel wird eine Batterie angeschlossen. Meine Aufgabe war es nun, aus drei Panels das Kleid herzustellen. Beim

Vorlage Preiskalkulation und unser Konsum

Auf Ansalia   und Stoffn   laufen Diskussionen über die Preisgestaltung von handgemachten Artikeln. Dabei ist mir aufgefallen, das sehr viele sich über die genauen Aufwände und Kosten bei der Herstellung eines Produktes nicht im Klaren sind.   Bevor ich mein persönliches Rechenbeispiel anhand dieses Weekenders erläutere, ein Wort zu allen die das Kreativ sein als Hobby betreiben: Denkt beim Lesen dieses Posts nicht dass die Angaben für Euch nicht gelten, gerade weil es "nur" Hobby ist. Überlegt Euch, was ihr bei denjenigen anrichtet, die vom Kreativ sein Leben. Dinge unter Wert zu verkaufen bedeutet für die Selbständigen einen noch viel grösseren Preiskampf als sowieso schon ist. Hobbybetreiber können also Gewerbetreibenden schaden, wenn auch unbewusst. Aber wann ist ein Artikel unter Wert verkauft? Wann ist der Preis ein Wucherpreis? Nun also zu meinem Kalkulationsbeispiel: Produktbeschrieb: Der Weekender "Seatime" ist quasi eine Reisetasche, die ge

Jerseyteil aus Baumwolle nähen?

Mich hat von Martina eine Frage erreicht. In Bezug auf meine beiden Posts, die die Elastizität von Jersey behandeln ( Teil 1 und Teil 2 ) fragte sie: Ich würde gerne ein Teil, das ich schon einige Male aus Jersey genäht habe, aus Baumwolle ohne Elastizität nähen. Kann ich den Schnitt nicht einfach rundum 0,5cm vergrössern? Wie kann ich die Elastizität ausgleichen? Der Fall von Baumwolle ist ganz anders als bei Jersey, was die Optik ganz stark verändern kann. Aber den Versuch kann man natürlich wagen! Zum Vorgehen wie Du das Schnittmuster anpassen kannst: Nimm das Teil aus Jersey, das Du aus Baumwolle nähen willst. Wie bei der Maschenprobe beim Stricken musst Du nun ausrechnen, um wieviel das Schnittmuster vergrössert werden muss, um die fehlende Elastizität auszugleichen. Bezeichne dazu im Bereich der Oberweite ein Stück von 10cm (quer, nicht längs!), in dem Du zwei Fäden einziehst. Mach das an Vorder- und Rückenteil. Nun ziehst Du das Oberteil an, und misst den Abstand zwisc

Von Ärmel zu ärmellos

Im Moment sind ja eigentlich eher die "formlosen" grossgeschnittenen Shirts angesagt. Basics, also schmalgeschnittene einfache Shirts, sind aber immer gewünscht. Besonders bei denjenigen, die in "Bürokleidung" zur Arbeit müssen. Zum Glück wird es langsam wieder wärmer. Zeit für ärmellos! Wie gehst Du nun vor, wenn das Schnittmuster des Shirts mit Ärmel gedacht ist, Du aber ein ärmelloses haben möchtest? Wenn Du willst, dass niemand die Farbe Deines BH's erkennen kann, das Armloch also schön anliegen soll, musst Du vor dem Zuschneiden ein paar kleine Änderungen am Schnittmuster vornehmen. Am besten Du kopierst es einmal ab, damit Du das passende Muster mit Ärmel immer noch verwenden kannst. Voraussetzung ist: Das vorhandene Muster mit Ärmel muss ebenfalls schmal geschnitten sein, mit kleinem Armloch. Sonst stimmen die folgenden Änderungen nicht... Verenge an den Seitennähten vom Armloch bis zur Taille das Muster um je 1cm. Vertiefe das Armloch ebenfalls

DIY - Aus Jeans mach neu

    Upcycling ist in aller Munde. Unser Massenkonsum belastet die Umwelt und erschöpft vorhandene Ressourcen. Viel vermeintlich Altes kann neuer Verwendung zugeführt werden. Was eignet sich besser als eine alte Jeans?   Die Nähanleitung gibt's wie immer auf Handcraftaholic .     Wer für das Projekt genau das gleiche Schnittmuster verwenden möchte wie wir: Das gibt es HIER   Viel Spass beim Upcyclen!   Herzliche Grüsse Sandra  

Ein Berg alter T-Shirts - es werde ein Quilt!

    Zu Hause liegt ein Stapel alter T-Shirts. Getragen werden können sie nicht mehr, dazu sind sie zu ausgeleiert oder einfach nicht gut geschnitten. Die Aufdrucke auf den einzelnen Teilen aber erzählen die persönliche Geschichte. Jedes Shirt steht für eine andere Episode. Es ist unmöglich, sich von den Shirts zu trennen! Aber im Schrank zu lagern benötigt Platz und schöner werden die Shirts da ja auch nicht.       Mit Zeit und Geduld wird ein Quilt!   In der Nähwerkstatt ist ein solches Stück entstanden:         Der Boden der Nähwerkstatt wurde mit den Shirts bedeckt. Einige mussten unbedingt mit in den Quilt, bei anderen war man unschlüssig. Einige wurden ganz aussortiert.       Ein alter Bettdeckenanzug sollte für die Zwischenstreifen verwendet werden. Darauf wurden die ausgewählten und inzwischen grob zugeschnittenen Shirts ausgelegt. Die einmal festgelegte Ordnung wurde mittels Handy festgehalten damit während des Nähprozesses imme

Shooting Nr. 2: Leinenpulli

Na gut! Wer den Titel liest wird denken, ich sei total in der Jahreszeit verirrt. Es ist wohl nicht der richtige Moment für Leinenpullis. Wer aber schon länger ab und zu in meinem Blog liest, weiss, dass ich absolute Winterhasserin bin.     Ursprünglich hatte ich auch vor, Euch den Stoff schmackhaft zu machen, der für die Saison Sommer 2014 von einem italienischen Hersteller produziert wird. Aber: Er ist schon gänzlich ausverkauft!     Weil aber Pullis in allen Varianten auch für den Winter voll im Trend sind, funktioniert dieser Post trotzdem.     Ein simpler Schnitt, mit schräg nach vorne laufender Seitennaht (macht schlank!), tief angesetzte Ärmel...     ...und hinten länger als vorne. Mehr braucht es nicht, so finde ich wenigstens...   Allen einen guten Wochenstart!   Herzliche Grüsse Sandra       

Schnittmuster abnehmen...Teil 2

  Und weiter gehts, mit dem Schnittmuster für Dein Hemd! Du hast im ersten Teil einen Grundraster erhalten. Darin zeichnest Du nun gleich neben dem Rückenhalsloch einen 1cm tiefen Abnäher ein, der bis zur Göllerlinie reicht. Die schraffierte Fläche wird später weggedreht. Beim Armloch misst Du ab der Göllerlinie 1cm nach unten und zeichnest von diesem neuen Punkt eine leicht runde Linie auf die Göllerlinie.     Am Vorderteil nun parallel zur Schulternaht mit 3cm Abstand eine Linie ins Vorderteil einzeichnen. Für die Seitennähte etwa 22cm bis 25cm vom Armloch nach unten messen und bei diesem neuen Punkt nach links und rechts je 1.5cm abmessen. Seitennähte wie unten ersichtlich einzeichnen. Der Saum kannst Du, wie bei mir, leicht rund einzeichnen, oder Du lässt es gerade. Ebenfalls kann am Saum bei den Seitennähten je 1cm eingestellt werden. (Bild unten) Am Vorderteil nun von der vorderen Mitte nach aussen zwei Mal 3cm parallel zur vorderen Mitte anzeichnen. Die ergibt d

Puppes neue Kleider

  Es gibt immer wieder Aufträge, die einem selbst viel mehr bedeuten als "bloss" den Kunden oder die Kundin zufriedenzustellen. Dazu gehörte dieser Auftrag: Zwei handgemachte Puppen, siebzig und achtzig Zentimeter gross, sollten mit der hier üblichen Tracht eingekleidet werden.     Dazu gehörte auch das Stricken des "Fichu's", dem Tuch dass das Mädchen um den Hals trägt. Ein Wochenende habe ich mich mit dieser Strickarbeit beschäftigt und habe dem Gebilde, dass da an den Nadeln entstand lange Zeit nicht getraut.    Wie beim Kunden sonst auch habe ich an den Puppen Mass genommen und so gut es ging während des Entstehungsprozesses Anproben vorgenommen. Das Edelweisshemdchen des Buben hat mich etwas ins Schwitzen gebracht, denn als ich dem Bäbi das fertige Stück anziehen wollte musste ich feststellen, das ich es dem Buben nicht über den Kopf ziehen kann!!! Also musste ein Teil wieder geöffnet werden und am Puppenkörper von Hand fertig genäht we