Montag, 30. Juli 2012

Glarner Tüechli zum dritten

Und wieder bin ich bei den Glarner Tüechlis...ich kann nichts dafür, ich mag diese Halstücher einfach (denn das sind sie ja ursprünglich)!




Und dann möchte ich Euch allen da draussen mal danken! Allen Lesern, allen die mich verlinkt haben, allen die meinen Blog als lesenswert empfehlen...Danke, danke, danke!!!
Ganz liebe Grüsse
Sandra

Mittwoch, 25. Juli 2012

Schnittmuster aus einem Kleidungsstück, Teil 3

So, bald ist unser Schnittmuster fertig. Im letzten Teil erkläre ich nur noch ein paar Feinheiten... :-)

Schneide nun die Schulterlinien aus und lege Vorder- und Rückenteil so zusammen, dass der Verlauf der Armlochlinie und des Halsloches begutachtet werden kann. Der Verlauf der Linien sollte vor allem an den Nahtübergängen schön ausfallen. Es sollen keine Ecken oder extreme Einwärtskurven zu sehen sein. Ansonsten muss der Linienverlauf ausgeglichen werden.


Bei dieser Gelegenheit sollten auch die Nahtlängen angepasst werden.

Besonders bei Teilen, die später einen Kragen erhalten, ist der Verlauf der Halslochform sehr wichtig. Wenn Du eine unschöne Halslochform hast kann es sein, dass das Teil, wenn Du es trägst, an den Schultern störende Falten wirft. Nahtübergänge sollten generell überprüft werden, also nicht nur an der Schulternaht, sondern auch an allen anderen Nähten.

Darum messe nun auch am Ärmel die beiden Nähte aus, sie müssen gleich lang sein. Am höchsten Punkt der Armkugel ein Zeichen setzen, dieses muss  später auf die Schulternaht treffen. Der vordere Teil das Ärmels ebenfalls mit einem Zeichen kennzeichnen. (Für Zeichen und Anhaltspunkte könnt ihr nochmals im ersten Teil nachlesen...)


Alle Teile fertig ausschneiden. Dein Schnittmuster ist nun fertig!

Wenn Du nun das Teil nähen möchtest, empfehle ich Dir folgendes: Nähe Dein Stück mit einem grossen Geradstich zusammen, gerade so weit, dass Du es anprobieren kannst.
Dinge, die Du ändern willst, sofort auf dem Schnittmuster einzeichnen oder wegschneiden.
Die grob gemachten Nähte nochmals auftrennen, das Schnittmuster nochmals auf die Teile auflegen und neu zuschneiden. So kannst Du die Änderungen auf den Stoff übertragen.
Jetzt beginnst Du, Dein Teil "richtig" zu nähen. Viel Spass dabei!!

Sonnige Sommergrüsse
Sandra

Montag, 16. Juli 2012

Schnittmuster aus einem Kleidungsstück, Teil 2

Nachdem Du nun die Stoffteile auf das Papier übertragen hast, musst Du nun das Schnittmuster, das im Moment alles andere als genau ist, ausarbeiten.

Messe nun dazu am Rücken- und am Vorderteil einmal direkt am Saum und einmal bei Beginn der Armlöcher von links nach rechts und halbiere die Strecke. Verbinde diese beiden Punkte mit einem Lineal und verlängere die Strecke nach oben bis zum Halsausschnitt.


Schneide nun die Teile entlang dieser Mittelline entzwei. Je ein halbes Teil kannst Du vernichten, Du benötigst es nicht mehr.
Nun hast Du einen Ärmel, ein halbes Rückenteil und ein halbes Vorderteil vor Dir liegen.

Wenn Du nun von einer Bluse oder einem Kleid das vorne durchgeknöpft ist das Schnittmuster abnimmst, dann brauchst Du nur das Rückenteil zu halbieren. Das Vorderteil von Bluse oder Kleid ist schon so, wie Du es benötigst. Kragen müssen ebenfalls halbiert werden.
Nicht halbiert werden müssen Teile, die asymmetrisch sind und im Ganzen, also nicht im Stoffbuch oder doppelt zugeschnitten werden.
Bei Hosen entfällt dieser Schritt ebenfalls, nicht aber beim Rock.

Bezeichne die beiden geraden Kanten auf Deinem Rücken- und Vorderteil mit Rückenmitte und Vordermitte. Sie werden später beim Zuschnitt an den Stoffbruch gelegt.
Messe nun an beiden Teilen die Länge der Seitennaht aus. Sind sie nicht gleich lang, wird die Differenz am Saum ausgeglichen.
Die Saumlinie kannst Du mit dem Lineal, im 90 Grad-Winkel zur Vordermitte und Rückenmitte ausziehen.


Schneide nun Saum und Seitennaht aus. Wenn Du es ganz genau haben möchtest, kannst Du die Papierteile so zusammenlegen, wie Du die Seitennaht nähen würdest, nämlich rechts auf rechts. So kannst Du kontrollieren, ob die Seitennähte an den beiden Schnittteilen die gleiche Form haben. Wenn es Dir zu ungenau ist, kannst Du das nun ausgleichen.

Ob Du nun Rock, Bluse oder Kleid abnimmst, die Strecken, die später zusammengenäht werden, müssen auf ihre Länge überprüft und angeglichen werden. Die Form der Nähte zu kontrollieren ist das Tüpfelchen auf dem i.

Ich hoffe, ich erkläre das verständlich, sonst einfach fragen! Weiter dann im letzten Teil! Bis dann wünsche ich Euch eine gute Zeit! Viele werden Ferien haben, geniesst es!

Bis dann die besten Grüsse
Sandra

Dienstag, 10. Juli 2012

Schnittmuster aus einem Kleidungsstück, Teil 1


Wie schon angekündigt: Hier meine Art, von einem abgetragenen Kleidungsstück das Schnittmuster zu erhalten. In dieser Variante müsst ihr euer Stück opfern, denn es wird zerschnitten. Die Variante ohne das Teil zu zerschneiden folgt später!

Schneide mit einer guten Schere Dein Teil exakt in den Nahtlinien auseinander. Wenn es stark zerknittert ist, bügle es vorher ein bisschen glatt.


Jede Nahtlinie wird zerschnitten, so dass Du alle Teile, aus denen das Kleidungsstück bestand, einzeln vor Dir hast. Wichtig ist, dass Du die Nahtzugaben wegschneidest und die Schnittkanten die ehemaligen Nahtlinien sind.
Bezeichne während des Schneidens alle wichtigen Stellen, seien es nun Ansatzpunkte oder Nahtstellen, die aufeinander treffen müssen. Wenn Dein Teil Raffungen hat, messe die Länge der Naht aus und schreibe das Mass auf. Denn wenn Du das Teil zerschnitten hast, kannst Du diese Länge eventuell nicht mehr richtig festlegen.

Bei meinem Shirt habe ich in den vorderen Teil des Ärmels eine Nadel gesteckt, damit ich das später auf dem Papier bezeichnen kann.



Wenn Dein Teil Kragen und Manschetten hat, messe bevor du etwas zerschneidest die Weiten aus und notiere sie. Lieber zu viel ausmessen und notieren, auch wenn Du es nachher nicht benötigst. Mir ist es schon passiert, das ich ein Mass nach dem zerschneiden nicht mehr rekonstuieren konnte und dann nach Pi mal Daumen gehen musste.

Wenn Du nun alle Teile einzeln vor Dir hast, bügle sie nochmals vorsichtig. Nicht zu fest, damit Du die Schnittkanten nicht verziehst.
Nun nimmst Du einen grossen Bogen Papier, legst die Stoffteile auf das Papier und beschwerst sie mit Marmeladegläsern, Steinen oder sonstigen Gewichten. Mit einem Bleistift umfährst Du nun vorsichtig jedes Teil, eventuelle Bezeichnungen ebenfalls auf das Papier übertragen.
Wenn Du das gemacht hast, kannst Du die Stoffteile entfernen.
Die Ausarbeitung der Papierteile zeige ich Dir im nächsten Teil.

Bis dann gute Zeit und herzliche, sonnige Grüsse
Sandra




Sonntag, 8. Juli 2012

Abgetragenes Lieblingsteil?

Ist grad ein bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag. Aber ich hatte neben haufenweise Kundenaufträgen sonst noch einige Aufregung hier...


Es hat immense Wassermengen geregnet, verbunden mit Hagel. Die Einfahrt hinter dem Haus war in minutenschnelle überschwemmt. Das Wasser lief ins Haus (im Erdgeschoss befindet sich der Lebensmittelladen und eine Metzgerei), der Veloraum stand unter Wasser und in der Garage stand das Wasser 50cm hoch. Unser Auto stand drin....und tat keinen Mucks mehr... :-(
Aber gut, ausser nassen und kalten Füssen, sowie etwas Rückenschmerzen wegen stundenlanger Putzarbeit ist kein menschlicher Schaden entstanden, was die Hauptsache ist.

Nun aber zum eigentlichen:
Habt ihr ein Kleidungsstück, das ihr wegen seiner Passform sehr liebt, aber leider schon so abgetragen ist das es euch fast von Körper wegfällt?
Ich dachte mir, ich zeige euch wie ich es mache, wenn ich von einem abgetragenen Kleidungsstück das Schnittmuster abnehme. Da ich schon einige Sachen zum Thema Jersey und Shirts gepostet habe, bleibe ich dabei und zeige es euch anhand eines Shirts.

Ob ihr das aber mit einer Bluse, einem Kleid oder einem Rock macht, spielt keine Rolle. Der Ablauf und die wichtigen Sachen, auf die ihr achten müsst, sind dieselben.
Schwierig wird es bei einer Hose. Da müsst ihr zuerst auf Stoffsuche gehen. Denn nur, wenn ihr praktisch denselben Stoff vernäht, wird das Ergebnis zufriedenstellend sein. Was die Schritt- und Gesässpartie anbelangt, sind Hosen so eine Sache. Drei Hosen aus verschiedenen Stoffen, aber immer demselben Schnittmuster werden von der Passform her dreimal unterschiedlich sein...
Also, sucht mal ein Kleidungsstück heraus, von dem ihr gerne das Schnittmuster hättet!
Bis dann sonnige Grüsse!
Sandra

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