Dienstag, 28. Februar 2012

Gepunktet

Punkte, im Moment wieder im Trend, finde ich etwas klassisches das immer gut kommt.
Der Vorteil von Punkten ist, dass das Muster ablenkt und so für alle super ist, die kleine Pölsterchen verbergen wollen. Darum habe ich das Oberteil genäht:


Ärmel und Ausschnitt sind aus einem Teil, das Shirt hat also keine Ärmelansatznaht.
Das Vorderteil besteht aus zwei übereinander gelegtenTeilen, die in Bauchhöhe gerafft sind.
Durch das kürzer geschnittene Futter entsteht ein Überfall, der sich lässig über den Hosenbund legt. Dieses Teil eignet sich bestens auch für grössere Grössen! (Meine Mutter beweist es!)


Oben das Rückenteil des Shirts! Kann natürlich auch normal geschlossen bestellt werden.

Das Teil ist erhältlich in drei Farben...


...und natürlich in vielen Unifarben!

Liebe, herzliche Frühlingsgrüsse (ja, er kommt, hurra!)
Sandra

Donnerstag, 23. Februar 2012

Für Einsteiger: Ein Shirt nähen, Teil 5

Letzter Teil!
Im vierten Teil erklärte ich, wie Du das Shirt zusammen nähen kannst. Jetzt musst Du nur noch die Abschlüsse nähen.

Schliesse das Halsbündchen zur Runde, indem Du die kurzen Kanten des Stoffstreifens mit Geradstich zusammennähst. (8mm breit)


Nun kannst Du das Bündchen längs zur Hälfte legen, die linke Stoffseite liegt innen, die Zugaben des Nähtchens auseinander legen. Das Bündchen hast Du ja kürzer geschnitten. Verteile die Überweite des Halsausschnittes regelmässig. Stecke die Schnittkanten des Bündchens bündig an die Schnittkante des Halsausschnittes. Das Nähtchen des Bündchens legst Du am besten an einer Schulternaht an.
Nähe nun 8mm breit mit Geradstich das Bündchen am Shirt fest. Klappe nun das Bündchen hoch, so das die Nahtzugaben in das Shirt verschwinden. Jetzt kannst Du mit Coverstich, der Zwillingsnadel oder einem elastischen Stich auf der Nähmaschine den Ausschnitt schmal absteppen.


Stecke nun den Shirtsaum und die Ärmelsäume 2cm breit nach innen und nähe sie mit Coverstich, der Zwillingsnadel oder einem anderen elastischen Stich fest.
Shirt bügeln - fertig!!! Puuuuhhhh!

Ich hoffe, Dir ist die Lust am nähen von Shirts noch nicht vergangen? Ich habe nämlich noch einige Tipps und Tricks auf Lager... Bitte einfach fragen, wenn ich zu wenig genau erkläre...

Ganz, ganz liebe Grüsse
Sandra


Montag, 20. Februar 2012

Jeans forever

Ich selbst trage selten etwas anderes als Jeans. Sie sind praktisch, robust und einfach zu waschen. Jeans zu kaufen gibt es aber wie Sand am Meer. Ich habe darum eine Variante genäht, die etwas anders zu schliessen ist als die übliche Jeans...


Gut, das an- und ausziehen ist die ersten Male etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber kein Problem. Ich trage mein Modell sehr gern!
Die Jeans gibt es in drei verschiedenen Stoffen: Segeltuch in Leinwandbindung (Bilder oben), dunkelgrauer Fischgrat und das allen bekannte Denim. Alle drei Materialien sind aus 100% Baumwolle.


Aber natürlich gibt es auch die Sommervariante:


Schwarze, superleichte Baumwolle mit kleinem Elasthananteil, mit weissen Nadelstreifen....!

Alle Stoffe sind problemlos bei 40 Grad in der Maschine zu waschen.
Die Jeans können in der Nähwerkstatt in fünf verschiedenen Grössen anprobiert werden.
  Für Versand bitte melden unter: info@samos-naehwerkstatt.ch . Ich versende auch gerne Stoffmuster zur Voransicht!

Ich hoffe sehr, die Jeans findet Gefallen!
Herzliche Grüsse, bis bald
Sandra

Donnerstag, 16. Februar 2012

Für Einsteiger: Ein Shirt nähen, Teil 4

In den letzten drei Teilen habe ich geschrieben, wie ihr zu einem Schnittmuster kommt und wie man ein Shirt ohne Stecknadeln zu benutzen zuschneiden kann. Ich will ja nicht noch lange auf dem Zuschnitt herumreiten, aber das möchte ich noch hinzufügen: Ich habe einige Jahre Nähkurse gegeben und habe immer wieder festgestellt: Der Zuschnitt ist der Teil der Näherei, der am wenigsten gern ausgeführt wird. Kann ich nachempfinden, denn mir geht es da genauso. Trotzdem ist wichtig, dem Zuschnitt die nötige Genauigkeit zukommen zu lassen. Es ist wie beim Kochen: Wenn das Gericht gelingen soll muss schon bei der Vorarbeit, also dem waschen, putzen und schneiden, sorgfältig gearbeitet werden.
In meinem Shop biete ich übrigens Nähpackungen an, in denen ihr alle Teile fertig zugeschnitten erhaltet, zusammen mit einer Nähanleitung. Ich mache natürlich auch Auslandversand. Die Seite befindet sich gerade ein bisschen in Überarbeitung, drei neue Teile wurde diese Woche eingefügt. Bald kommen die Preise in Euro auch noch hinzu.

Aber nun kannst Du mit dem Nähen des Shirts beginnen. Als erstes legst du das Rückenteil mit der rechten Seite nach oben auf den Tisch, dann legst Du das Vorderteil darauf, mit der linken Seite nach oben. Nun kannst du die Schulternähte mit Zickzack oder Overlock zusammennähen. Am besten ist, wenn Du die Nähte erst mit Stecknadeln vorsteckst.


Nun kannst Du die Ärmel in die Armlöcher stecken. Achte darauf, dass die rechten Stoffseiten innen liegen.
Beim Zuschnitt hast Du am Ärmel zwei Bezeichnungen gesetzt. Eine Bezeichnung, diejenige am oberen Ende des Ärmels, steckst Du genau auf die Schulternaht. Nun musst Du kontrollieren, dass die zweite Bezeichnung auf dem Armloch des Vorderteils liegt. Wenn das nicht der Fall ist, musst Du die Ärmel tauschen. Nun den ganzen Ärmel in das Armloch stecken. Wie Du die Nadeln steckst siehst Du auf dem Bild unten. Oft ist die Strecke am Ärmel länger als die Strecke am Armloch. Das ist kein Fehler, sondern die so genannte "Überweite" die jeder Ärmel an jedem beliebigen Teil haben sollte. Verteile die Überweite regelmässig.
Als nächstes wird der Ärmel mit Zickzack oder Overlock eingenäht. Während dem Nähen vor zu die Stecknadeln entfernen und nicht darüber nähen!



Jetzt kannst Du die Ärmel- und Seitennähte aufeinanderlegen, wieder so, dass die rechten Stoffseiten innen liegen. Das erkennst Du nun auch gut an den Nähten von Schulter und Armloch. Stecke die Nähte wieder mit Stecknadeln vor. Die Armlochnähte von Vorder- und Rückenteil treffen aufeinander.
Dann wiederum mit Zickzack oder Overlock die Nähte nähen und vor zu die Stecknadeln entfernen.


Anfangs dauert das alles noch ein bisschen länger, aber je mehr Du nähst geht es Dir auch immer fixer von der Hand. Irgendwann bist Du soweit, dass Du alles zusammennähst, ohne eine Stecknadel zu benutzen...

Bald folgt der 5. Teil und somit die Fertigstellung des Shirts.
Bis dahin die besten Wünsche und winterliche Grüsse!
Sandra



Freitag, 10. Februar 2012

Für Einsteiger: Ein Shirt nähen, Teil 3



Zum dritten Teil meiner Anleitung:
Ich habe einen lieben Kommentar erhalten (überhaupt danke ich für alle Kommentare und Mails und die vielen darin enthaltenen Komplimente). Darin 'gesteht' mir Sylvia, dass sie überhaupt nicht weiss, wie sie richtig mit der Schneidematte umgehen muss. Sie fragt sich, warum denn die ganzen Bezeichnungen auf der Matte sind, wenn man sie ja dann, wenn der Stoff darauf liegt, nicht mehr sieht? (Foto einer Schneidematte im 1.Teil)
Meiner Meinung nach sind diese Bezeichnungen völlig überflüssig und könnten vom Hersteller auch einfach weggelassen werden. Vielleicht könnte man sie für Patchworkarbeiten benutzen, aber selbst da verlasse ich mich lieber auf das Geodreieck oder das spezielle Zuschneidelineal.
Ich habe 4 solche Matten mit jeweils einer Grösse von 60cm x 90cm. Sie liegen ständig auf meinem Arbeitstisch, selbst wenn ich Schnittmuster konstruiere oder andere Sachen erledige. Zwei der Matten sind schon fast 10 Jahre in Gebrauch, eine lohnende Investition!
Bald werde ich die Matten mit doppelseitigem Klebband auf dem Tisch fixieren.
Ansonsten muss der Matte keine weitere Beachtung geschenkt werden. Wichtig ist, dass das Teil, das zugeschnitten werden muss, immer vollständig auf der Matte liegt. Denn weil ich keine Stecknadeln beim Zuschnitt verwende, kann ich ein erst halb zugeschnittenes Teil nicht verschieben, weil dann alles verrutschen würde. Und wenn ich mit dem Rollschneider auf dem Tisch schneide, ist die Klinge danach nicht mehr scharf und  sie muss ausgewechselt werden.


So wie auf dem Bild oben den Ärmel zuschneiden. Bevor Du nun das Schnittmuster vom Stoffteil entfernen kannst, musst Du die zwei Bezeichnungen auf dem Schnittmuster mit Trickmarker oder mit einem winzigen Einschnitt in den Stoff ( so mache ich es) an der Stelle markieren. Eine Markierung ist da, wo später die Schulternaht auf den Ärmel trifft und eine Bezeichnung zeigt an, welches der vordere Teil des Ärmels ist.
Hier nochmals eine Übersicht der Nahtzugaben: Nähte 8mm, Säume 20mm.



Nun musst Du nur noch das Halsbündchen zuschneiden. Dazu musst Du jeweils das Halsloch an Vorder- und Rückenteil ausmessen.


Schreibe die Masse direkt auf das Papier. Wenn Du Dir ein zweites Shirt nähst, kannst Du diesen Arbeitsschritt weglassen.
Zähle nun die beiden Masse zusammen. Da Du am Schnittmuster nur ein halbes Shirt hast musst Du nun das Mass verdoppeln. Nun musst du davon 10% abziehen. Das Ergebnis entspricht nun der Länge des Halsbündchens. Schreibe das auch auf das Papier.

Rechnungsbeispiel:
Mass Rückenhalsloch       =    9cm
Mass Vorderhalsloch        =  18cm
Summe                             =  27cm
Verdoppelung                   =  54cm
10%                                  =  5.4cm
Länge des Bündchens     =  48.6cm

Du denkst sicher: Warum diese Rechnerei? Warum genau 10% ?
Jersey ist elastisch. Die Gefahr, dass sich der Halsausschnitt verzieht wenn Du das Bündchen annähst, ist riesig. Beim angezogenen Shirt würde der Halsausschnitt nicht schön liegen, sondern wellenartig vom Körper abstehen. Darum schneiden wir das Halsbündchen kürzer als der Halsausschnitt eigentlich ist. In der Regel reichen 10% aus. Es gibt Jerseys, die nicht so elastisch sind. Da muss das Bündchen fast überhaupt nicht gekürzt werden. Es gibt aber auch Jerseys, die sind so gummiartig, dass das Bündchen bis 40% verkürzt werden muss damit am Schluss alles passt. Die Rechnerei lohnt sich also.

Nun kannst Du mit dem Rollschneider und einem Geodreieck mit Haltegriff aus dem Stoff einen Streifen von 4cm Breite und der Länge (hier 48.6cm) schneiden.

Die Zähnchen der einen Stoffseite laufen parallel zu den kurzen Bündchenkanten.
Nun ist das Shirt fertig zugeschnitten und Du solltest 5 Teile vor Dir liegen haben:
Vorderteil, Rückenteil, 2 x Ärmel und ein Halsbündchen.

Nun hoffe ich, das mit der Scheidematte ist etwas verständlicher? Oder die restliche Anleitung ist klar?

Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Wochenende und bis bald!
Liebe Grüsse
Sandra




Mittwoch, 8. Februar 2012

Frühlingserwachen...


...wenigstens bei meiner Feierabendtätigkeit...



...an der Halskette...



Beste Grüsse bis zum nächsten Mal!
Sandra


Montag, 6. Februar 2012

Für Einsteiger! Ein Shirt nähen, Teil 2

Seit ich mich erinnern kann, habe ich niemals solche Temperaturen erlebt. Am Wochenende zeigte das Thermometer minus 23 Grad!!! Die Seen frieren langsam zu und lassen uns erleben was es in den sechziger Jahren zum letzten Mal gegeben hat.
Viel zu kalt, um mehr als nötig im Freien zu sein. Genau richtig, um sich kreativ zu betätigen  und an einem Shirt zu nähen, während im Schwedenofen ein gemütliches Feuerchen knistert...

Die meisten Stoffe haben eine linke und eine rechte Seite. Die linke Seite ist diejenige, die auf der Haut liegt, die rechte Seite ist aussen und somit sichtbar. Gestrickte Stoffe wie Jerseys unterscheiden sich in ihren Seiten durch das Maschenbild. Eine Seite hat ineinanderlaufende Zähnchen, die andere Seite eine Art Wellen.


Die Stoffhersteller geben die Seite mit den Zähnchen (oben links) als die rechte Seite an. Ich verwende aber meistens die "Wellenseite" als die rechte Stoffseite. Warum?
Die Farben erscheinen auf der Wellenseite viel satter und intensiver. Manchmal haben die Stoffe auf dieser Seite auch einen schöneren Glanz.
Entscheide Du nach eigenem Geschmack, welches Du als rechte Seite verwenden möchtest! Innerhalb eines Kleidungsstückes muss einfach immer dieselbe Seite aussen sein... :-)

Bevor Du die Schnittteile auf den Stoff legen kannst, musst Du weiter beachten: Die Schnittteile müssen immer parallel zur Webkante aufgelegt werden. Bei Jerseys ist die Webkante meist hart, weil sie während des Herstellungsprozesses verklebt wurde. Der Klebstoff ist als dunkle Flecken am Rand sichtbar. Die Zähnchen der einen Stoffseite laufen immer parallel zur Webkante, wie der Buchstabe V. Niemals liegen sie.



Damit Du nun Vorder- und Rückenteil des Shirts zuschneiden kannst, musst Du den Stoff mit der rechten Seite nach oben auf den Tisch legen und beide Webkanten Richtung Stoffmitte einklappen. Du musst so viel einklappen, damit die Schnittteile darauf Platz haben.


Lege nun wie auf der Skizze oben die Teile auf den Stoff. Das Papier muss am Stoffbruch bündig liegen. Achte darauf, dass die grüne Schneidematte direkt darunter liegt.
Beschwere die Schnittteile mit den Gewichten und zeichne mit Kugelschreiber oder Trickmarker die Nahtzugaben an. Nähte 8mm, Säume 20mm. Nun kannst Du mit dem Rollschneider die beiden Teile ausschneiden.

So, das wärs wieder für heute, aber bald gehts weiter! Eisige Grüsse und happy time!
Sandra

Mittwoch, 1. Februar 2012

Für Einsteiger! Ein Shirt nähen, Teil 1

Hiermit möchte ich mit dem ersten Teil meiner Serie über das Schneidern von Shirts beginnen.
Wenn jemandem die Anleitungen zu schulmeisterlich klingen sollten: Bitte entschuldige! Es ist ganz bestimmt nicht so gemeint...!! :-)


Irgendwo ist der Anfang. Bei mir bei einem einfachen Shirt mit Rundausschnitt. Kaufe ein Fertigschnittmuster eines einfachen Shirts mit Rundausschnitt, zum Beispiel von Burda. Ermittle Anhand der Masstabelle auf dem Bogen deine Konfektionsgrösse und schneide die entsprechende Grösse aus. Wenn Du das Muster für eventuelle spätere Verwendung im Ganzen lassen möchtest, kannst Du auch einen grossen Bogen dünnes Papier über das Muster legen und die Linien Deiner Grösse durchpausen. Nun solltest Du drei Teile vor Dir liegen haben.


Auf dem Bild oben ist der Ärmel für das Shirt lang. Wenn Du einen kurzen Ärmel hast, spielt das keine Rolle, der Ablauf ist derselbe.

Nun müssen die Teile zugeschnitten werden. Der Stoff sollte ein leichter Jersey sein, die Materialangabe zum Beispiel 92% Viskose und 8% Elasthan. Wenn Du unsicher bist, welcher Stoff sich eignet: Die Verkäuferin im Stoffgeschäft hilft Dir gerne weiter. Die Stoffmenge die Du benötigst ist 1.3 Meter bei einer Stoffbreite von 140cm.

Für den Zuschnitt verwende ich eine Schneidematte und einen Rollschneider wie unten abgebildet.

Stecknadeln benutze ich erst beim Nähen. Jetzt benötigst Du Gewichte wie Steine, Marmeladengläser oder Tesafilmspender.

So, für heute wars das. Bald geht es weiter, dann zeige ich Dir das Zuschneiden des Shirts.
Bis dann, happy time!
Sandra

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